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Ausgabe 110

Der Hühnerhof in Hierarchien?!

Wie sehen Sie das? Organisationen brauchen festgelegte Hierarchien, damit sie funktionsfähig werden und bleiben. Mit einem Organigramm (dem Ergebnis hierarchischer Entscheidungen) wird festgelegt, wer oben und wer unten ist. Ein Organigramm legt aber auch fest, wer auf der gleichen "Höhe" ist. Wir beobachten ein interessantes Phänomen: Wenn mehrere Menschen auf gleicher Höhe sind, entstehen Spielwiesen, auf denen das Ranking (= die Hackordnung) festgelegt wird - täglich wieder neu.
Junghähne im Wettbewerb Die Position des Obergockels ist eindeutig - und er ist der Alleinherrscher. Die Junghähne (manchmal auch -hennen) sind aber etliche unter vielen. Und wer irgendwann mal ein Obergockel werden will, muss sich hervortun. Und das geht nicht, wenn alle gleich sind. So entsteht ohne bewusstes Zutun der Einzelnen ein immerwährendes Spiel um den Platz Nr. 1 in der Junghahn-Rangordnung.
Wie wird gespielt? Wir erleben, dass eher weniger im direkten Vergleich die Hackordnung ausgehandelt wird. Für die Rangordnung gibt es Spielwiesen. Alles, was Unterschiede macht, ist für das Spiel geeignet. Mit scheinbaren Argumenten werden Ausnahmen oder Sonderregelungen für sich in Anspruch genommen. Wer hier punkten kann, hat einen kurzfristigen Sieg errungen. Kurzfristig ist der Sieg, weil der nächste Junghahn bald eine neue Spielweise eröffnet!
Um was wird gespielt? Die Spielwiesen sind vielfältig. Es eignen sich u. a.:

- alle Statussymbole wie z. B. Bürogröße und -ausstattung

- Technik (die an Hierarchien gebunden ist)

- Ausnahmen bei den Reiserichtlinien (z. B. 1. Klasse statt 2. Klasse)

- Mehr delegieren als die Ablauforganisation vorsieht

- Mehr Aufmerksamkeit des Obergockels bekommen als andere Junghähne

- und vieles mehr
Mit wem wird gespielt? Die Junghähne spielen eher nicht im direkten Miteinander, sondern mit den "Dienstleistern" in der Hierarchie. Dies sind Sachbearbeiter, Sekretariate oder Assistenzen sowie Zulieferer oder Kunden. Das Spiel mit dem Obergockel ist eher subtil.
Die Aufgabe des Obergockels Das Bedürfnis nach einer Rangordnung kann ein Obergockel nicht unterbinden. Dieses Bedürfnis ist in der Hierarchie einfach vorhanden. Der Obergockel kann jedoch die Anzahl der Spielwiesen verringern. Dies geschieht durch transparente Regeln und Vereinbarungen, die für alle gelten. Ausnahmen werden sachlich und nachvollziehbar begründet und offen kommuniziert.

Ein zweiter Aspekt ist, was der Obergockel vorlebt. Denn wahrscheinlich ist dieser ja mit seinen Kollegen auch ein Junghahn auf dem Hühnerhof eines anderen Ober-Obergockels. Je mehr Hackordnungs-Bedürfnisse hier vorgelebt werden, desto wichtiger wird dies für die Junghähne auf dem eigenen Hühnerhof.
Was ist für Sachbearbeiter und Sekretariate wichtig? Dieser Gruppe ist oft nicht bewusst, dass es den Hühnerhof mit Obergockel und Junghähnen gibt. Die Spielwiesen für die Hackordnung werden häufig nicht als solche erkannt. Das Verhalten der Junghähne ist erst verständlich, wenn das Karriere-Prinzip verstanden ist. Dann kann ein adäquater Umgang gefunden werden. Wichtig ist, das Ringen um die Hackordnung als Bestandteil von Hierarchien zu begreifen - und nicht dagegen anzugehen. Wer dies akzeptiert hat, kann gelassener mit den Junghähnen umgehen. Und neugierig sein, welche Spielwiese von welchem Junghahn als nächstes eröffnet wird.
Und die Junghennen? Vielen Junghennen ist die Hackordnung entweder gar nicht bekannt oder nicht wichtig oder sogar lästig. Daher spielen Junghennen häufig nicht mit. Dies hat jedoch Einfluss auf den Karriereverlauf. Wer nicht immer mal wieder auf Rang 1 kommt, wird für nächste Schritte in der beruflichen Laufbahn weniger wahrgenommen.

Junghennen müssen also lernen, dass Statussymbole wichtig sind und diese "in Besitz nehmen". Junghennen sollten immer wieder auch um Unterschiede kämpfen. Regeln sind auf dem Hühnerhof dazu da, dass Ausnahmeng gefunden werden. Erfolge in der Hackordnung müssen auf dem Hühnerhof sichtbar sein. Wer Nr. 1 ist, muss damit "hausieren" gehen. Wenn Junghennen ihre negative Bewertung des Hühnerhofs loslassen können und das Ganze als Spiel begreifen, kann manchmal sogar Spaß aufkommen!
  Was denken Sie jetzt? Arbeiten Sie in einer der wenigen Organisationen, die keinen Hühnerhof hat? Oder ist Ihnen der Hühnerhof bekannt? Welche Rolle nehmen Sie ein? Oder sind Sie die Spielwiese? Wenn die Auswüchse des Hühnerhofs überhandnehmen, unterstützen wir gerne.

Copyright cope OHG, Christine Maurer, 2010
Alle Rechte vorbehalten
ISSN 1612-8109 "Tipps und Tricks für den Alltag"