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Ausgabe 94

Entscheiden Sie sich, Entscheidungen zu treffen

Buridans Esel Sicher kennen Sie die Geschichte von Buridans Esel, der hungrig vor 2 lecker duftenden Heuhaufen stand, dann aber letztlich verhungerte, da er sich für keinen der beiden Haufen entscheiden konnte.
Aufschieben vermeiden Ich weiß, dass viele an dieser Stelle sagen, dass sie sich durchaus an Situationen erinnern können, in den es sich als gut oder als vorteilhaft erwiesen hat, eine Entscheidung vor sich herzuschieben. Das stimmt. Der Trugschluss dabei ist, dass unserer innerer Schweinehund ein recht lückenhaftes Gedächtnis hat. So erinnert er sich sofort und mit Vorliebe an die (eher seltenen) Situationen, in denen sich die Sache in der Tat von alleine regelte, und vergisst nur zu gerne die (meist viel häufigeren) Beispiele, in denen es besser gewesen wäre, man hätte eine Entscheidung getroffen. Aus Schweinehund-Sicht durchaus nachvollziehbar, denn er liebt seine Komfortzone und tut so einiges dafür, dass er es weiterhin bequem hat. Und das Aufschieben einer Entscheidung ist für viele nun einmal sehr viel einfacher als sich mit einer eventuell zeitintensiven Entscheidungsfindung zu beschäftigen.
Was tun bei komplexen Entscheidungen? Wenn Sie nach eingehender Recherche mehrere Alternativen gefunden haben, fällt die Entscheidung nicht immer leicht. Besonders dann, wenn die einzelnen Optionen sehr viele Kriterien haben, die das Vergleichen erschweren. Eine pragmatische Hilfe zur Entscheidungsfindung ist die Nutzwert-Analyse.
Nutzwert-Analyse Bearbeiten Sie folgende Schritte am besten schriftlich:

1. Erstellen Sie eine Kriterienliste

2. Gewichten Sie die Kriterien, in dem Sie einen "Topf mit 100%" verteilen. Beispiel: Angenommen Sie hätten 4 Kriterien A, B, C und D, von denen A und B gleich wichtig, C am wichtigsten und D kaum wichtig wäre. Dann könnte die Verteilung des "100%-Topfes" so aussehen: A = 50 % B = 20% C = 20% D = 10%.

3. In der dritten Spalte benoten Sie Ihre erste Alternative im Hinblick auf Ihre Beurteilungskriterien. Hier gilt die umgekehrte Schulnotenskala, d. h. 1 = sehr schlecht und 6 = sehr gut.

4. Überspringen Sie zunächst die 4. Spalte und benoten Ihre zweite Alternative in Spalte 5 nach demselben Schema wie in Schritt 3.

5. Jetzt multiplizieren Sie nacheinander die Gewichtung mit den vergebenen Noten und tragen die errechneten Ergebnisse in die Spalten 4 und 6 ein.

6. Addieren Sie nun die errechneten Punkte in den Spalten 4 und 6. Danach sehen Sie, welche Entscheidung faktisch überwiegt.
Beispiel zur Nutzwert-Analyse Der bessere Übersicht wegen, hier ein Beispiel mit nur 2 Optionen (Frau A und Frau B) und nur 4 Kriterien. Die Anzahl der Alternativen und der Kriterien können natürlich um ein Vielfaches erweitert werden. Es handelt sich um die Einstellung einer neuen Mitarbeiterin. Die Gewichtung der Kriterien und die Bewertung der beiden Bewerberinnen habe ich bereits eingetragen. Vielleicht haben Sie Lust, die Tabelle zu vervollständigen? Welche der beiden Frauen hat die bessere Voraussetzungen?
 
  Nun, zu welchem Ergebnis sind Sie gekommen?

Frau A hat eine Gesamtpunktezahl von 335 und Frau B von 380. Rein rechnerisch wäre also Frau B die geeignetere Kandidatin.
Abschlusstipp Werden Sie entscheidungsstark - das hat viele Vorteile und Ihr Ansehen steigt. Machen Sie sich aber bewusst, dass es die 100% richtige Entscheidung selten gibt. Denn genau da könnte sonst Ihr innerer Schweinehund ansetzen und Ihnen einreden, die Entscheidung aufzuschieben, da Sie nicht alle Informationen haben.

Copyright cope OHG, Marion Beuthling, 2008
Alle Rechte vorbehalten
ISSN 1612-8109 "Tipps und Tricks für den Alltag"